Die Wirkung von Düften

Die Wirkung von Düften

Düfte wirken auf den Menschen viel unmittelbarer als andere Sinnes­eindrücke, beispielsweise Farben oder Musik. Dies liegt daran, dass der Geruchssinn der älteste Sinn der Menschheit ist. Der Geruchsreiz wird über die Nase direkt ins Stammhirn weitergeleitet, genauer: an den Hippocampus – dem evolutionär ältesten Teil des Gehirns. Gerüche sind in der Lage, Erinnerungen und Gefühle viel schneller, direkter und klarer hervorzurufen, als andere Sinneseindrücke. Wohl fast jeder kennt das Phänomen, dass er sich mittels eines bestimmten Geruches spontan in eine ganz bestimmte Zeit seines Lebens zurückversetzt fühlt. So beispielsweise ruft bei manchen der Geruch von frisch geschnittenem Gras Erinnerungen an unbeschwerte Sommertage in der eigenen Kindheit hervor, andere müssen beim Geruch von Zimt an Omas Apfelkuchen denken und so weiter. Aufgrund ihrer direkten Wirkung bezeichnet man die Geruchswahrnehmung auch als „Fenster zum Gehirn“.

Gezielter Einsatz von Düften und Gerüchen

Gerüche können aber nicht nur bestimmte Erinnerungen, sondern auch bestimmte Gefühle und Stimmungen hervorrufen. Diesen Umstand macht sich beispielsweise die Aromatherapie zunutze, die – je nach Bedürfnis – mit ausgleichenden, stimmungsaufhellenden, aktivierenden oder entspannenden Düften arbeitet. Solche Duftmischungen lassen sich individuell komponieren, werden aber auch von jedem anderen Kosmetikhersteller eingesetzt. So beispielsweise findet sich in vielen entspannenden Badezusätzen für den Abend Lavendel- oder Melissenduft, während ein prickelndes Duschbad für den Morgen mit frischen Limettentönen für einen guten Start in den Tag sorgt. Exotischer Kokosduft in verschiedenen Haarpflegelinien für den Sommer soll Urlaubsatmosphäre vermitteln, während Rosenduft prinzipiell Hochwertigkeit signalisiert. Sogar die Hersteller von Autos setzen auf die Wirkung der Düfte: Da wird der preiswerte Wagen mit Kunststoffsitzen mit einem nach Leder riechenden Spray behandelt, damit er hochwertiger erscheint. Auch der Duft „Neuwagen“ erfreut sich großer Beliebtheit. Zur Appetitanregung – beispielsweise im Bistro um die Ecke – erfreut sich der Geruch nach frisch geröstetem Kaffee weiter Verbreitung.

Harmonie für Körper und Geist

Unmittelbar wirken lassen kann der Mensch die verschiedenen Düfte aber dort, wo er Zeit und Muße für seinen Körper hat. Bei einer Aromaölmassage oder bei anderen Wellness- und Beauty-Anwendungen, die beispielsweise von Duftlampen begleitet werden. Vielfach arbeiten auch die Kosmetikprodukte selbst mit Düften: die nach Lavendel riechende beruhigende Gesichtsmaske, das klärende Traubenpeeling, das reichhaltige Gesichtsöl auf Nussbasis etc. So bringen Gerüche ins Lot und gleichen aus, was dem Menschen gerade fehlt. Nicht umsonst gilt die Aromatherapie als harmonisierende Behandlung, die sowohl auf den Körper als auch Geist und Seele wirkt – schließlich sagt man bestimmten ätherischen Ölen sogar nach, körperliche Beschwerden lindern zu können.